BürgerBus

Seit Mitte der 1980-er Jahre wurden insbesondere in Nordrhein-Westfalen Lösungsmöglichkeiten für die im ländlichen Raum allgemein mangelhafte Bedienung mit öffentlichen Verkehrsmitteln diskutiert. Stadtbusse, Citybusse, Ortsbusse, Bürgerbusse sind nur einige Begriffe, unter denen die Problematik in den Medien und den Rathäusern diskutiert wurde.
Natürlich war das auch Diskussionsgegenstand in Bad Laasphe. Im Rahmen von Untersuchungen zum Verkehrsentwicklungsplan wurde ein System von Midibussen vorgeschlagen. Vertreter aus Bad Laasphe, Bad Berleburg und Erndtebrück informierten sich 1995 auf einer Exkursion über bereits bestehende Stadtbussysteme. Der Wirtschaftsförderungsausschuss im Rat der Stadt hat sich 1996 eingehend mit der örtlichen Ergänzung des ÖPNV durch Stadtbussysteme beschäftigt. In enger Zusammenarbeit mit der Verwaltung haben die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd in einem ausführlichen Proposal die Möglichkeiten eines „Bäder-Bus Bad Laasphe“ als zusätzliches Busangebot im ÖPNV untersucht. Zu gleicher Zeit stand Bad Laasphe wie viele andere Kurorte vor alles überschattenden wirtschaftlichen Problemen. In dem zielgerichteten umfangreichen Maßnahmenprogramm zum Erhalt und zur Weiterentwicklung des Kur- und Fremdenverkehrs hat die Stadt 1997 den Aufbau eines Stadtbussystems aufgenommen. Alle Bemühungen scheiterten aber letztlich an der Finanzierung. Einen Ausweg aus diesem Dilemma zeigte 1998 Achim Walder, der im Wirtschaftsförderungsausschuss ausführlich über die Einführung eines Bürgerbusses und die damit verbundene Gründung eines Bürgerbusvereins in Kreuztal berichtete. Diese Lösung überzeugte. Es folgten Monate intensiver Vorbereitung. Am 26.09.2000 fand im Hotel Fasanerie die Gründungsversammlung statt, auf der die Satzung beschlossen und der erste Vorstand mit Achim Walder, Arno Vomhof, Georg Gücker, Thea Rothenpieler, Maria Gütte, Dr. Heinrich Loske, Bernd Lange und Martin Achatzi gewählt wurde. Die Gründung des Vereins „BürgerBus Bad Laasphe e.V.“ fand am 27. Oktober 2000 statt. Er war damit nach Kreuztal der 2. Bürgerbusverein im Kreis Siegen-Wittgenstein. Vor der Inbetriebnahme musste aber noch vieles geklärt und erledigt werden wie Bürgschaft der Stadt, Zuschussanträge, Tarifgestaltung, Schulung und Einsatz der Fahrer, Beschaffung des Busses, Planung der Linien etc. Am 11. Juni 2001 war es dann soweit. Der BürgerBus Bad Laasphe hat seinen Betrieb aufgenommen. 18 ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer standen für den Transport der Fahrgäste bereit. In den vergangenen Jahren hat sich die Größe des Fahrerteams mit jetzt 16 aktiven Fahrern erfreulicherweise kaum verändert. Der Betrieb auf den drei Linien nach Niederlaasphe / Puderbach, in die Wallachei / Dillstein und in der Kernstadt mit insgesamt 57 Haltestellen hat sich bewährt.

  • Seit 2001 hat der BürgerBus Bad Laasphe ca. 138 000 Fahrgäste – unfallfrei ! – befördert und insgesamt ca  580 000 km zurückgelegt.
  • Dank der Unterstützung und der finanziellen Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen und Dank der ausschließlich ehrenamtlichen Tätigkeiten der Fahrer und des Vorstandes hat sich der „Bürgerbus“ zum Erfolgsmodell entwickelt.
  • Inzwischen gibt es in NRW mehr als 100 Bürgerbusvereine. An dieser Stelle sei auf den Dachverband „Pro Bürgerbus NRW“ hingewiesen, bei dem dankenswerterweise unter www.pro-buergerbus-nrw.de alles Wissenswerte zusammengetragen ist.

Geschäftsstelle:
BürgerBus Bad Laasphe e.V., Vor den Hasseln 9, 57334 Bad Laasphe

www.buergerbus-bad-laasphe.debuergerbusbadlaasphe@t-online.de