Tagesausflügler erleben Dortmund als grüne Großstadt

Bürgerbus-Team aus Bad Laasphe unterwegs: Am Wochenende mal nicht selbst am Lenk-rad sitzen.

Von Wolfgang Thiel

Bad Laasphe. 154 Bürgerbusse rollten im Mai 2010 bei einer Verkehrserhebung über Deutschlands Straßen. In nur sieben Jahren hat sich die Zahl mehr als verdoppelt: auf rund 320. Und die Zahl steigt ständig weiter an, denn mit dem demografischen Wandel wächst der Bedarf an Mobilitätsangeboten. Damals wie heute nimmt Nordrhein-Westfalen im bundesweiten Vergleich den Spitzenplatz ein.

Seit dem 11. Juni 2001 dreht das Erfolgsmodell auch in der Lahnstadt seine Runden, sind eine Fahrerin und 16 Fahrer für ihre Mitbürger ehrenamtlich unterwegs. Am vergangenen Wochenende waren sie jedoch nicht am Lenkrad ihres Bürgerbusses anzutreffen, sondern als Fahrgäste bei einem Tagesausflug in eine der grünsten Großstädte der Bundesrepublik unterwegs. Dass es sich dabei um Dortmund handelt, mag selbst eingefleischte Fans der Ruhrmetropole überraschen. Nicht 44 Prozent, wie die Landesstatistik aufweist nicht 49 Prozent, wie bei Wanderungen in den siebziger Jahren propagiert wurde, sonder satte 70 Prozent des Stadtgebiets sind nach einer Auswertung von Satellitenbildern grün. Damit belegt Dortmund unter den Großstädten über 500 000 Einwohnern hinter Hamburg den zweiten Platz.

Das Zusammengehörigkeitsgefühl un-ter dem Bürgerbusteam wird groß ge-schrieben. Dazu tragen auch Verhan-staltungen wie diese Tagesfahrt bei.

Fußballfans in ihrem Element. Nach einem Frühstücksbüffet im Café Linus nahm das Fahrerteam gemeinsam mit Angehörigen an einer geführten Stadtrundfahrt teil, erfuhr Details zur bedeutenden mittelalterlichen Vergangenheit Dortmunds als Reichs- und Hansestadt und lernte kleine und große Sehenswürdigkeiten des ehemaligen Kohle-, Stahl-undBrauereizentrums kennen. Wie sieht der WM-Pokal aus der Nähe aus? Was steht auf Lehmanns Spickzettel wirklich drauf? Und warum waren Fußballschuhe früher nicht bunt? Antworten dazu gab es für die Fußballfans unter den Bürgerbusfahrern im Deutschen Fußballmuseum, wo 1600 Ausstellungsstücke und 25 Stunden Filmmaterial mit Erinnerungen für Gänsehaut sorgten. Höhepunkt dabei sicherlich das Treffen mit Schweini und Lahm im 3D-Kino.
Nach dem Abendessen in Wenkers Brauhaus wurde die Heimreise angetreten, die dann doch mehr Zeit als geplant einnahm, da der Bus zwischen Olpe und Kreuztal mit einem Motorschaden liegen blieb und die Reisegruppe von einem Ersatzfahrzeug abgeholt werden musste.

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Bürgerbus hat 8531 Fahrgäste sicher ans Ziel gebracht

Im Bad Laaspher Fahrerteam ist Nachwuchs willkommen. Alle sind ehrenamtlich im Einsatz

Von Wolfgang Thiel
Bad Laasphe. Sie verbinden kleine Ortschaften und städtische Randlagen mit in Wohn-nähe nicht mehr vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten, mit Arztpraxen, Apotheken und
Kommunalverwaltung. Mehr noch: Sie verbinden Menschen miteinander. Ihre Bürger-busse sind rollende Begegnungsstätten, machen Nachbarschaft lebendig. Dies wurde jetzt
wieder auf der Jahreshauptversammlung des Bürgerbus-Vereins Bad Laasphe deutlich, in der Geschäftsführer Georg Gücker und der 1. Vorsitzende Günter Rothenpieler eine positi-ve Bilanz der vergangenen zwölf Monate ziehen konnten. So beförderte der Bürgerbus 2017 insgesamt 8531 Fahrgäste. Davonwaren 118 Kinder und 2232 Schwerbehinderte. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Rückgang von rund 200 Personen. Nach Inbetrieb-nahme der Haltestelle „Wohnanlage Lahnblick“ steigt die Zahl der Mitfahrer jedoch wieder deutlich an. Statistik Zurückgelegt wurden im Geschäftsjahr 30 488 Kilometer. Nach einer  Streckenoptimierung konnten rund 1300 Fahrkilometer gegenüber dem
Vorjahr eingespart werden. Günter Rothen-pieler betonte: „Wir haben erneut auf allen Fahrten bei Tausenden von Kilometern und Tausenden von Fahrgästen keinen nen-nenswerten Unfall, keinen Verletzten oder Erkrankten unter Fahrern und Mitfahrern gehabt, und das ist wirklich gut so.“

Im Sommer organisierten drei „Mobile Frauen“ bei Küchen-Schönwald ein Sonntags-frühstück, dessen Erlös in Höhe von 410 Euro dem Bürgerbusverein zur Verfügung gestellt
wurde. Die Tagesfahrt führte in die Bankenmetropole Frankfurt, wo bei Main-Schifffahrt und Äppelwoi in Sachsenhausen gemütliche Stunden verbracht wurden. Im Oktober nahmen zahlreiche Mitglieder an einem Sicherheitstraining teil.

Neues Angebot
Neu im Fahrscheinangebot ist eine 10er-Karte für Kinder, die sich zum Preis von 5 Euro hervorragend als Geschenk für den Nachwuchs eignet. Anerkennende Worte hielt der Vor-sitzende für Siegfried Theisen bereit, der den Einsatz der Fahrer koordiniert und die Monatspläne erstellt. Lob kam auch von Niederlaasphes Ortsvorsteherin Waltraud Schäfer, seit Gründung im Jahr 2001 Vereinsmitglied: „Der Bürgerbus-Verein ist ein Segen für unsere Stadt. Vielen Dank für euren Einsatz!“ Pressewart Gerhard Bernshausen wurde ebenso wie Kassenprüfer Werner Wick in seinem Amt bestätigt. Zur weiteren Kassenprüferin wurde Resi Thiel gewählt. Fast allen Bürgerbus-Vereinen ist die Suche nach ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern gemeinsam. Denn meist sind es Pensi-onäre, Rentnerinnen und Rentner, die am Steuer sitzen. Auch sie werden älter und würden sich über Nachwuchsfahrer freuen, denn das Bürgerprojekt funktioniert nur, solange jemand am Steuer Ehrendienst nach Fahrplan macht. Noch kann man in der Lahnstadt auf 15 Fahrer und eine Fahrerin zurückgreifen.

Ganz wichtig: Wer den Bürgerbus fährt, fährt ehrenamtlich. Wer zur Fahrercrew dazusto-ßen oder sich nur informieren möchte, ist an jedem ersten Donnerstag im Monat um 19 Uhr zum Fahrertreff im Wittgensteiner Hof eingeladen. Günter Rothenpieler sparte nicht mit Lob: „All unsere Fahrer standen im abgelaufenen Jahr immer wieder bereit für den Dienst an der für viele Mitbürger unbedingt notwendigen Sache. Mein besonderer Dank gilt deshalb euch, den Vorstandsmitgliedern und Mitgliedern – ohne euer engagiertes Wirken im Ehrenamt wäre unser Ziel nie zu erreichen.“

„Der Bürgerbus-Verein ist ein Segen für unsere Stadt.“
Waltraud Schäfer, Ortsvorsteherin von Niederlaasphe und Vereinsmitglied

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Fahrplanänderung beim Bürgerbus Bad Laasphe

Zum 8. Januar 2018 ändert sich der Fahrplan des Bürgerbusses Bad Laasphe. Zwei neue Haltstellen sind in den Fahrplan eingefügt. Eine neue Haltestelle befindet sich in der Sebastian-Kneipp-Straße bei der Wohnanlage Lahnblick, die andere ist in der Bahnhofsstraße gegenüber dem Bahnhof, der somit je nach Fahrtrichtung dort wie auch an dem Busbahnhof angefahren wird.

Eine weitere Änderung betrifft die Strecke zum Ludwig-Koch-Center, die jetzt öfter angefahren wird. Die genauen Zeiten kann man dem Fahrplan entnehmen, der sowohl an den Haltestellen ausgehangen als auch im Bürgerbus zu erhalten ist.

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VCD Verkehrspreis 2017

Verkehrsclub Deutschland Kreisverband Siegen-Wittgenstein und Olpe

Am 16. Dezember 2017 verlieh der VCD-KV den Verkehrspreis an die 10 Bürgerbusvereine in der Region Südwestfalen.

Begrüßung durch Achim Walder, VCD Kreisvorsitzender

In seiner Begrüßungsrede stellte der Vorsitzende die Ziele des Verkehrsclub Deutschland als Verband für eine ökologische Möbilität vor. Des weiteren verwies er auf die bisherigen Auszeichungen hin: Stadt Bad Laasphe für die Finanzierung des Bahnverkehr zwischen Wallau und Laasphe, Initiative zur Einführung des Nachtbusses durch Oliver Backhaus, Stadt Kreuztal für den Umbau der Busbuchten zu BusCaps, Auszeichung der DB für den kundenfreundlichen Bahnhof in Lennestadt und Bad Laasphe und Auszeichnung der Politiker für die Einführung des kostenlosen Schülertickets für alle Schüler zur Nutzung im Kreisgebiet an allen Tagen, ohne dass ein Beitrag von den Eltern erhoben wird. Dieses Jahr will der VCD-Kreisverband die ehrenamtlichen Aktiven der 10 Bürgerbusvereine unter dem Motto ‚Bürger fahren für Bürger‘ auszeichnen.

Laudatio von Günter Linde, VCD stell. Vorsitzender

In vielen Wohngebieten, besonders abseits der Hauptverkeh

Bürgerbus Bad Laasphe
Gründung 26.09.2000 – 37 Stunden/Woche – 590 km/Woche – 17 FahrerInnen

rsrouten, gab es oft keinen ­regel­mäßigen Busverkehr oder Entfernungen zu Bushaltestellen betragen teilweise mehr als 500m. Da brachte 1997 ein VCD-Aktiver die Idee der Bürgerbusse in die Region. Die bestehende ­Angebotslücke schließen nun die Bürgerbus-Vereine mit ihren kleinen Bussen.

Nach der Gründung des ersten Bürgerbusvereins in Kreuztal (Okt. 1997) fand die Idee auch in anderen Kommunen Interesse und so folgten BB Bad Laasphe (September 2000), BB ­Neunkirchen (April 2004), BB Erndtebrück (Oktober 2005), BB Wenden (November 2005), BB ­Hilchenbach (November .2005), BB Burbach (Oktober 2006), BB Finnentrop (Februar 2007), BB Netphen (April 2008) und BB Kirchhundem (Dezember 2009).
Achim Walder unterstützte die Gründung oder leitete die Gründungsversammlungen in Netphen, Neunkirchen, Hilchenbach, Erndtebrück, Burbach, Wenden, Finnentrop, Kirchhundem, Bad Laasphe, Nümbrecht im Bergischen Land, Bad König im Odenwald 2017, Lüthringhausen im Münsterland, Brandenburg in Luxemburg und hielt Vorträge bei  Projekten in Großbritannien und der Schweiz. In Kreuztal ist er seit 20 Jahren Vereinsvorsitzender, in Bad Laasphe und Wenden hatte er dieses Amt mehrere Jahre inne.
Heute sind die Bürgerbusse mit ihren derzeit 180 aktiven, engagierten Fahrerinnen und ­Fahrern ein fester Bestandteil des ÖPNVs in den Randgebieten der Gemeinden und Städte. So ­wurden fast 265.000 Stunden Fahrdienst geleistet, fast eine Million Fahrgäste befördert und 5,5 ­Millionen Kilometer zurückgelegt. Eine Strecke, die 14,5 mal der Entfernung von der Erde zum Mond ­entspricht.
Neben der Beförderung der Fahrgäste ins Stadtzentrum, zum Arztbesuch, zu Kulturveran­staltungen oder auch nur zum Treffen mit Freunden im Café übernehmen die Fahrer oft auch kleine Aufgaben im persönlichen Bereich der Fahrgäste. Damit ist der Bürgerbus in gewisser Weise auch eine soziale Einrichtung, wie viele der fast eine Million Fahrgäste gerne bestätigen.

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Jahresabschlussfeier 2017

Zu ihrer Jahresabschlussfeier trafen sich alle aktiven und ehemaligen Fahrerinnen und Fahrer des Bürgerbusvereins Bad Laasphe mit ihren Partnerinnen und Partnern im Waldhotel Haferkiste. Bei einem schmackhaften Menu und in geselliger Runde konnte man das vergangene Jahr noch einmal revuepassieren lassen und einen Ausblick auf das Jahr 2018 halten.

Neu sind im Jahr 2018 die Jacken mit dem Aufdruck „Bürgerbus Bad Laasphe e. v.“, die den aktiven FahrerInnen bei dieser Gelegenheit übergeben wurden.

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Fahrsicherheitstraining

Sicherheit im Straßenverkehr ist wichtig. Auch für unseren Bürgerbus gilt das, schließlich wollen wir unsere Fahrgäste sicher an ihr Ziel bringen. Aus diesem Grund nahmen 13 FahrerInnen unseres Bürgerbusvereins an einem Fahrsicher-heitstraining teil. Herr Müller als Fahrlehrer frischte in einem theoretischen Block Altbekanntes wieder auf und brachte alle Fahrer auf den neuesten Stand in Bezug auf Vorschriften und Regelungen im Straßenverkehr.

Auch die praktischen Übungen kamen nicht zu kurz. Eine gute Sitzposition des Fahrers und die richtige Einstellung der Spiegel trägt dazu bei, dass der Fahrer jederzeit einen guten Überblick über Fahrzeug und Verkehrssituation hat. Auch eine Vollbremsung will geübt sein, denn sie bewahrt bei unverhofften Verkehrssituationen unter Umständen vor einem schweren Unfall.

Das Fazit des Tages: es war ein lehrreicher Tag, der uns FahrerInnen neue Sicherheit gegeben hat!

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„Mobilität in Bad Laasphe unterstützen wir gerne!“

Bürgerbus-Verein konnte sich über Spende in Höhe von 410 Euro freuen

Die drei mobilen Damen (v.l.) Dagmar Schönwald, Johanna Schüller-Pietzsch und Pia Gundlach über-gaben den symbolischen Spendenscheck an Siegfried Theisen und Georg Gücker (r.) vom Bürgerbus-Verein. (Foto: M. Fettig)

Bad Laasphe. (mf)  Spendenübergabe an den Bürgerbus in Bad Laasphe! Irgendwie passt dieser Termin wie die Faust aufs Auge zum Thema, dass eine Vielzahl von Veranstaltungen, Institutionen und anderweitiger Einrichtungen nicht so reibungslos bzw. wenn überhaupt funktionieren würden, wenn nicht ab und an eine Spende aus den Geldbeuteln der heimischen Geschäfts- aber auch von Privatleuten fließen würde.

Vor einigen Wochen hatten Dagmar Schönwald, Johanna Schüller-Pietzsch und Pia Gundlach die Idee, ihre Mitbürger aus Bad Laasphe und Umgebung zu einem Frühstück in das Küchenstudio Schönwald in der Laaspher Königstraße zu bitten. Eines war den drei „mobilen Damen“ direkt klar: Der Erlös der Veranstaltung wird dem Bürgerbus-Verein in Bad Laasphe zur Verfügung gestellt. Gesagt, getan! Es wurden heimischen Betriebe angesprochen, die Aktion mit essbaren Sachspenden zu unterstützen und darüber hinaus wurde auch in der Wipo darüber berichtet.

Mit Erfolg, denn letztlich konnten die drei Damen gemeinsam mit dem weiblichen Teil des Bürgerbus-Teams am Sonntag, 16. Juli, rund 70 Gäste mit Kaffee, Tee, Brötchen, Wurst, Käse, Marmelade und vielen Leckereien mehr zum Frühstück verwöhnen. „Es lagen weit über 100 Anfragen vor“, so die drei engagierten Initiatoren der Veranstaltung. „Aber mit 70 Gästen war sowohl die räumliche, als auch die zeitliche Grenze ausgereizt!“ Die Frage nach einer Wiederholung der Aktion kam schon direkt bei Frühstück auf und wurde von Dagmar Schönwald, Johanna Schüller-Pietzsch und Pia Gundlach bereits aufgegriffen.

Vergangene Woche fand das Frühstück nun seinen Abschluss in Form der Spenden-übergabe an Georg Gücker und Siegfried Theisen vom Bürgerbus-Verein. Sichtlich zufrieden konnten die drei Damen den beiden eine Summe in Höhe von 410 Euro überreichen. „300 Euro kamen durch das Frühstück zustande, 110 Euro wurden spontan gespendet“, erklärten die Drei nicht ohne Stolz. Der Betrag soll entweder in die Deckung der laufenden Betriebskosten fließen, den Druck neuer Fahrpläne ermöglichen oder aber zur Finanzierung eines Fahrsicherheitstraining beitragen, dass im Oktober für die Fahrer des Bürgerbusses stattfinden wird.

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Bad Laaspher Bürgerbusverein unternimmt Tagesfahrt nach Frankfurt.

Die Fahrer müssen einmal nicht selbst am Steuer sitzen.Grüne Soße und Apfelwein probiert

Von Wolfgang Thiel

Bad Laasphe/Frankfurt. Die Teilnahme am Weltrekord-Versuch rund um die „Grie Soß“ hatte der Bad Laaspher Bürgerbus-Verein bei seinem Ausflug nach Frankfurt knapp verpasst. Wer wollte, konnte sich allerdings die Grüne Soße, zu deren Hauptbestandteilen sieben frische Kräuter gehören, auch außerhalb des Wettbewerbs als Beilage zu gekochter
Ochsenbrust, Tafelspitz oder Fisch munden lassen.
Doch war es diese Essensspezialität, welche die ehrenamtlich tätigen Busfahrer und ihre Kollegin in die Mainmetropole führte? Oder das Kennenlernen einer neuen Fahrroute, vielleicht die Erweiterung des Bürgerbus-Angebots auf Städtereisen? Nichts davon. Vielmehr standen einmal nicht die Fahrgä-ste, die an normalen Wochentagen zwischen Bad Laasphe, Puderbach und Niederlaasphe befördert werden, für den Bürgerbusverein im Mittelpunkt, sondern ausnahmsweise die Ehrenamtlichen selbst – hatte doch der Vorstand für sie eine Tagesfahrt nach Frankfurt organisiert. Nach einem kräftigen Frühstück im Café Limanda startete die Reisegruppe eine Schifffahrt auf dem Main. Anschließend ging es in die Altstadt. Zu sehen dabei mit dem „Römer“ das Frankfurter Rathaus, eines der schönsten und ältesten der Republik. Nicht zu vergessen der Kaiser-dom, der aus dem Gotteshaus der karolingischen Kaiserpfalz hervor-gegangen ist. Nur wenige Gehminuten entfernt die Skyline. International renommierte Ausstellungshäuser bilden zu beiden Seiten des Mains eine einzigartige Kunst- und Kultur meile, das Muse-umsufer.

In alte Zeiten versetzt fühlten sich die Bürgerbus-Fahrer und ihre Angehörigen beim abendlichen Abstecher nach Alt-Sachsenhausen. In der Großen und Kleinen Rittergasse, in der Paradies- und Klappergasse reihen sich dicht an dicht „Eppelwoi-Wertschafte“. Auf Bänken an Holztischen genossen die Ausflügler im „Äppelwoi-Dax“ ihr „Stöffchen“ aus dem „Gerippten“. Für ganz Mutige stand dazu eine weitere kulinarische Spezialität Frankfurts, der „Handkäs mit Musik“, auf der Speisekarte. Der kleine Stinker wird aus Quark hergestellt, dem etwas Natron und Salz zugegeben wird. Nach diesem Härtetest und dem gemütlichen Beisammensein ging es zurück ins Wittgensteiner Land. „Dieser gelun-gene Ausflug reiht sich nahtlos in die Reihe der bisherigen Tagesfahrten ein. Frankfurt hat sich bei strahlendem Sommerwetter von seiner besten Seite gezeigt“, so Günter Rothenpieler, 1. Vorsitzender des Bürgerbusvereins.

Bürgerbus: Ein Erfolgsmodell seit 2001

Seit 11. Juni 2001 dreht das Erfolgsmodell Bürgerbus Bad Laasphe seine Runden – und das soll auch so bleiben, so die Mitglieder des Bürgerbus-Vereins.

Der Erfolg gibt den ehrenamtlichen Initiatoren jedenfalls Recht: Ende Januar konnte der Bürgerbusverein den immerhin 150 000. Fahrgast begrüßen.

 

 

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Am Steuer des Bürgerbusses ist noch Platz

Zwar gibt es derzeit 15 Fahrer und eine Fahrerin, doch der Nachwuchs bleibt in Bad Laasphe aus.

Von Wolfgang Thiel

Bad Laasphe. Er rollt und rollt und rollt, der Bürgerbus Bad Laasphe. Seit dem 11. Juni 2001 dreht das Erfolgsmodell seine Runden und das soll auch weiterhin so bleiben – da sind sich die Mitglieder des Bürgerbus-Vereins einig. Unruhe in die Reihen der Ehren-amtler, die sich jetzt zu ihrer Jahreshauptversammlung im Metzgerstübchen trafen, brachte allerdings das Vorhaben „Ein Land – ein Fahrschein“ der Landesregierung für einen einheitlichen Regionaltarif aller öffentlichen Verkehrsmittel in NRW.
Bürgerbus steht im Mittelpunkt. Die Befürchtung war groß, dass dadurch die ehrenamtliche Arbeit der Bürgerbusvereine beeinträchtigt, wenn nicht sogar unmöglich gemacht würde (wir berichteten). Positive Informationen zu dieser Thematik gab es in der Zwischenzeit jedoch vom SPD-Landtagsabgeordneten Falk Heinrichs. Der ließ in einer Pressemitteilung verlauten, dass ihm das NRW-Verkehrsministerium ausdrücklich versichert habe, dass Bürgerbusvereine auch künftig frei entscheiden könnten, ob sie den jeweiligen Verbundtarif ihrer Region, den NRW-Tarif oder eigene Lösungen, die sogenannten Inseltarife, anwenden wollten oder nicht.
Damit wurde die Aussage des NRW-Verkehrsministers Michael Groschek bestätigt, der auf der Mitgliederversammlung des Dachverbandes Pro Bürgerbus NRW zum Disput um die Einbeziehung in einen landesweiten Tarif betont hatte: „Im Mittelpunkt steht der Bürgerbus und das Bedürfnis seiner Kunden, nicht der Tarif.“Eine sensible Schwachstelle
sprach der 1. Vorsitzende Günter Rothenpieler in seinem Jahresbericht an, nämlich das  „Fahrerlager“ des Vereins. Das Projekt funktioniert schließlich nur, solange jemand am Steuer sitzt und Ehrendienst nach Fahrplan macht. Noch kann man in der Lahnstadt auf 15 Fahrer und eine Fahrerin zurückgreifen. Deren Altersstruktur lässt den Ruf nach Nachwuchs allerdings immer lauter werden. „Neue Fahrer gesucht“ wird deshalb für die
Vereinsmitglieder zu einer Hauptaufgabe der nächsten Monate. Wichtig dabei: Wer den Bürgerbus fährt, fährt ehrenamtlich. Geld gibt es nicht, aber Anerkennung und ein gutes Gefühl, etwas für die Allgemeinheit geleistet zu haben.

Treffen: Jeden ersten Donnerstag im Monat

Optimistisch in die Zukunft
schauen die Vorstandsmitglieder
des Bürgerbus-Vereins Bad Laasphe.

Wer zum Fahrerteam dazustoßen oder sich nur informieren möchte, ist an jedem ersten
Donnerstag im Monat um 19 Uhr zum Fahrertreff im Wittgensteiner Hof eingeladen.
Zwei Höhepunkte standen in den vergangenen Monaten im Mittelpunkt der Vereinsarbeit.
So konnte im Juni der 15-jährige Fahrbetrieb gefeiert und vor wenigen Wochen der immerhin 150 000. Fahrgast begrüßt werden. Neu für den Verein war, dass man zum März 2017 eine Neugenehmigung des Fahrbetriebes erwirken musste: „Eine abschließende Bescheidung liegt noch nicht vor, ist aber wohl Formsache“, betonte Rothenpieler in seinen Ausführungen. Außerdem verwies er auf die Tatsache, dass von den Betreibern der
Wohnanlage Lahnblick Sebastian-Kneipp-Straße – ehemals Lahn-Klinik – bisher noch keine Anfrage bezüglich einer dort möglichen Bürgerbus-Haltestelle eingegangen sei. Der Dank des Vorsitzenden galt allen Vorstandskollegen und -kolleginnen sowie der Fahrer-Crew für ihren beispielhaften Einsatz. Bei den Teilwahlen bestätigte die Versammlung den stellvertretenden Vorsitzenden Arno Vomhof, Geschäftsführer Georg Gücker, Schriftführerin Thea Rothenpieler und Beisitzer Helmut Wydra sowie die Kassenprüfer Jürgen Stinnes und Werner Wick in ihren Ämtern. Neues Mitglied im Vorstand ist Rudi Niesyto als Beisitzer mit dem Aufgabenschwerpunkt „Fahrzeug“.

8734 Fahrgäste nutzten 2016 den Bürgerbus.

Geschäftsführer Georg Gücker verwies neben demKassenbericht auf das statistische Umfeld des Vereins. So beförderte der Verein im vergangenen Jahr 8734 Fahrgäste und legte nach erfolgter Fahrplan-Optimierung 31770 Kilometer (2015:37624 Kilometer) im Linienbetrieb zurück.
Mit 779 Personen wurden im November die meisten Fahrgäste verzeichnet. Ein dickes Lob hielt Gücker für Siegfried Theisen bereit, der den Einsatz der Fahrer koordiniert und die entsprechenden Monatspläne erstellt.

 

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Blumen für den 150 000. Fahrgast im Bürgerbus

Puderbacher Otmar Achenbach wird vom Vorsitzenden Rothenpieler auf der Fahrt zur Stadt überrascht

Von Wolfgang Thiel

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Als 150 000. Fahrgast erhält der Puderbacher Otmar Achenbach ein Blumenpräsent von dem Bürgerbus-Vorsitzenden Günter Rothenpieler. Er nutzt den Bus von Beginn an.

Bad Laasphe. In der Erfolgsspur fährt seit seinem Start im Jahr 2001 der Bad Laaspher Bürgerbus, der in der Kernstadt sowie den Ortschaften Niederlaasphe und Puderbach an fünf Tagen in der Woche unterwegs ist. In den ersten Wochen des Fahrbetriebes war das Fahrgastaufkommen allerdings noch recht überschaubar. Das hat sich bis heute grund-legend geändert, denn mit Otmar Achenbach begrüßten gestern der 1. Vorsitzende Günter Rothenpieler, Vorstandsmitglied Gerhard Bernshausen und Fahrerin Resi Thiel den 150 000. Fahrgast und überreichten ihm einen Blumenstrauß.

„Mittlerweile habe ich zu den Fahrern ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt.“ Otmar Achenbach, Nutzer des Bürger-busses in Bad Laasphe

„Das ist schon eine tolle Überraschung“,freute sich der Puderbacher über das Präsent. „Ich nutze seit 2001 das Angebot des Bürgerbusses, fahre mehrmals in der Woche von meinem Wohnort aus in die Kernstadt und erledige dort, was so ansteht. Mittlerweile habe ich zu den Fahrern ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt.“ Beeindruckt ist Otmar Achenbach auch von der nutzerfreundlichen Preisgestaltung des Bürgerbus-Vereins. „Die Mobilität der Menschen ist ein wichtiger Faktor des gesellschaftlichen Zusammenlebens.
Besuche bei Freunden, Arzttermine, Freizeitgestaltung, Einkäufe und vieles andere mehr können ohne vorhandene Mobilität nur umständlich oder überhaupt nicht bewältigt werden. Der Bürgerbus bietet gerade auch älteren, in ihrer Bewegungsfreiheit einge-schränkten Menschen die Möglichkeit, in ihrem gewohnten Umfeld vor Ort zu bleiben“, so Rothenpieler.

Ehrenamtliche sitzen am Steuer
Das Fahrangebot wird wie bei allen Bürgerbus-Projekten auch in Bad Laasphe auf einer konzessionierten Linie, definierten Haltestellen und genehmigtem Tarif von ehrenamtlich
tätigen Kräften betrieben. Neben Resi Thiel sind dies Gerhard Anspach, Gerhard Bernhausen, Georg Gücker, Ulrich Guette, Walter Jung, Martin Kringe, Horst Kuchinke, Rudi Niesyto, Jürgen Stinnes, Herbert Stopfer, Christoph Thee, Siegfried Theisen, Arno Vomhof, Hans Walter Wetter, Werner Wick und Helmut Wydra.
Preise seit 16 Jahren unverändert
Nicht selbstverständlich und deshalb besonders erwähnenswert ist, dass seit dem Bestehen des Bürgerbusses keine Fahrpreiserhöhungen vorgenommen wurden. So kostet ein Einzelfahrschein für Erwachsene 1,50 Euro, für Schüler(innen) bis 14 Jahre 0,75 Euro, eine 4-er Karte Erwachsene 5,50 Euro, eine 10-er Karte für Kinder bis 14 Jahre 5 Euro und die 10er-Karte für Erwachsene 12 Euro. Schwerbehinderte sowie gegebenenfalls deren Begleitperson mit einem entsprechenden Ausweis werden auch im Bürgerbus kostenfrei befördert.

Laaspher wollen auf diesen Service nicht verzichten

Aus dem Experiment ist ein tragfähiges Verkehrskonzept geworden

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Vor elf Jahren: Das Fahrerteam des Bürgerbusses Bad Laasphe.

Er nahm ganz langsam seine Fahrt auf: der Bürgerbus in Nordrhein-Westfalen. Zunächst gingen ab 1985 sechs Pilotprojekte in unserem Bundesland an den Start. Aus dem Experiment von damals ist mit weit über 100 Bürgerbusvereinen längst ein tragfähiges Verkehrskonzept geworden. Nachdem das letzte Lebensmittelgeschäft aufgegeben, der Landarzt in Pension und die letzte Bankfiliale geschlossen wurde, sorgt der Bürgerbus so in zahlreichen Gemeinden für eine bequeme Fahrt in den Zentralort. Hinter jedem Bus steht ein Verein, der den täglichen Betrieb organisiert. Er sorgt nicht nur für eine angenehme Fahrt von A nach B, sondern ist längst Bestandteil des sozialen Lebens geworden. Kein Wunder also, dass sich Bürgerinnen und Bürger ihren Ort ohne Bürgerbus nicht mehr vorstellen können.                                                                                                                            wot

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